Kulturjournalismus im transnationalen Kontext: kontextualisieren, übersetzen und Deutungsrahmen verschieben

Journalistin macht während eines Interviews mit einem Musiker am Klavier Notizen.

Kulturjournalismus besteht nicht nur darin, über Werke, Künstlerinnen und Künstler, Ausstellungen oder Veranstaltungen zu berichten.

Er produziert auch Deutungsrahmen.

Durch die Wahl von Perspektiven, Referenzen, Kategorien, Quellen und Begriffen trägt er dazu bei, wie kulturelle Praktiken im öffentlichen Raum verständlich werden.

Diese Funktion wird besonders deutlich, wenn die beobachteten Gegenstände zwischen verschiedenen Territorien, Sprachen oder institutionellen Kontexten zirkulieren.

Ein Werk, das in Kinshasa entsteht und in Berlin gezeigt wird, eine künstlerische Position zwischen Dakar und Paris, ein Festival mit mehreren Musikszenen oder eine diasporische Kulturinitiative lassen sich nicht immer aus einem einzigen nationalen Bezugsrahmen heraus erklären.

Die journalistische Aufgabe besteht dann nicht mehr nur darin, das kulturelle Objekt zu dokumentieren.

Es gilt ebenso, die unterschiedlichen Kontexte zu erschließen, durch die es sich bewegt.

In diesem Sinn kann eine interkulturelle Perspektive sinnvoll sein: nicht als neue journalistische Sparte, die den Kulturjournalismus ersetzen würde, sondern als zusätzliche redaktionelle Anforderung, wenn kulturelle Realitäten zwischen mehreren Bezugssystemen zirkulieren.

Kulturjournalismus vermittelt bereits

Kulturjournalismus nimmt traditionell eine besondere Position zwischen kultureller Produktion und Öffentlichkeit ein.

Er informiert über Werke und Veranstaltungen.

Er kritisiert.

Er kontextualisiert.

Er wählt zudem aus, was redaktionelle Aufmerksamkeit erhält, und bietet Kategorien an, mit denen sich kulturelle Praktiken einordnen lassen.

Seine Funktion geht damit über die bloße Weitergabe von Informationen hinaus.

Wenn ein Journalist erklärt, warum ein Werk relevant ist, eine künstlerische Position historisch verortet oder unterschiedliche Praktiken miteinander in Beziehung setzt, findet bereits Vermittlung statt.

Kulturjournalismus überträgt Kultur daher nicht lediglich.

Er trägt auch dazu bei, ihre Lesbarkeit zu organisieren.

Diese Funktion bleibt in heutigen Medienumgebungen unverändert relevant.

Was sich verändert hat, sind die Kontexte, in denen diese Vermittlung stattfinden muss.

Wenn kulturelle Gegenstände mehrere Kontexte durchqueren

Eine besondere Schwierigkeit entsteht, wenn kulturelle Praktiken zirkulieren.

Ein Werk kann in einem bestimmten Umfeld entstehen und anschließend in einem anderen präsentiert werden.

Die Referenzen, die es in seinem ursprünglichen Kontext begleiten, stehen dem neuen Publikum jedoch nicht automatisch zur Verfügung.

Ein Begriff kann eine spezifische lokale Bedeutung haben.

Eine Praxis kann auf eine politische oder soziale Geschichte verweisen, die andernorts kaum bekannt ist.

Eine künstlerische Form kann je nach präsentierender Institution unterschiedlich gelesen werden.

Journalistische Arbeit muss dann mehr leisten als reine Beschreibung.

Sie muss einen Teil des Kontextes rekonstruieren, der notwendig ist, um das Objekt verstehen zu können.

Das klingt zunächst einfach.

Ist es aber nicht.

Kontextualisierung bedeutet zu entscheiden, was erklärt werden muss, was unausgesprochen bleiben kann und welche Referenzen helfen, etwas verständlich zu machen, ohne es auf eine bereits vertraute Kategorie zu reduzieren.

Das Unbekannte durch das Vertraute erklären

Wenn Journalistinnen und Journalisten über einen Kontext schreiben, der dem eigenen Publikum wenig vertraut ist, liegt eine bestimmte Strategie nahe: das Unbekannte über Bekanntes zu erklären.

Das kann Orientierung erleichtern.

Es birgt aber auch Risiken.

Eine Kunstszene kann etwa als „afrikanische Version“ eines europäischen oder nordamerikanischen Phänomens beschrieben werden.

Ein Musikstil wird womöglich hauptsächlich über seine Ähnlichkeiten mit einem bereits bekannten Genre erklärt.

Eine lokale Institution wird in eine westliche Kategorie übersetzt, die ihrer tatsächlichen Funktionsweise nur teilweise entspricht.

Die Information wird dadurch zugänglicher, kann zugleich aber an Präzision verlieren.

Journalistische Vermittlung muss daher ein Gleichgewicht finden.

Vergleiche können hilfreich sein.

Werden sie jedoch systematisch zu Gleichsetzungen, verhindern sie gerade das Verständnis der Besonderheiten eines konkreten Zusammenhangs.

Kontextualisieren statt kulturalisieren

Diese Schwierigkeit führt zu einer wichtigen Unterscheidung.

Zwischen verschiedenen Kontexten zu arbeiten bedeutet nicht, jede Differenz durch „Kultur“ zu erklären.

Ein Konflikt zwischen Institutionen kann aus Finanzierungsstrukturen entstehen.

Probleme in einer Kooperation können mit Verwaltungsregeln zusammenhängen.

Unterschiedliche Arbeitsbedingungen können durch ungleiche Ressourcen verursacht sein.

Spannungen innerhalb eines Projekts können aus der politischen Geschichte einer Institution hervorgehen.

Solche Situationen vorschnell als „kulturelle Unterschiede“ zu bezeichnen, kann ihre konkreten Ursachen verdecken.

Eine sorgfältige interkulturelle Perspektive sucht daher nicht überall nach kulturellen Gegensätzen.

Sie versucht vielmehr zu unterscheiden, was tatsächlich mit kulturellen Bezugsrahmen zusammenhängt und was auf Institutionen, Sprache, Ressourcen oder Machtverhältnisse zurückzuführen ist.

Der Kontext wird wichtiger als das Etikett.

Sprache ist niemals nur ein Übertragungskanal

Besonders deutlich wird diese Frage in mehrsprachiger journalistischer Arbeit.

Ein Interview kann in einer Sprache geführt und in einer anderen veröffentlicht werden.

Eine Pressemitteilung kann auf Französisch verfasst sein, obwohl das Projekt hauptsächlich in deutscher Sprache stattfindet.

Eine Künstlerin oder ein Künstler kann einen Begriff verwenden, für den es in der Sprache des Mediums keine genaue Entsprechung gibt.

Dann muss übersetzt werden.

Doch Übersetzen bedeutet auch interpretieren.

Welcher Begriff wird übernommen?

Was muss erklärt werden?

Wann sollte das Originalwort stehen bleiben?

Welche Bedeutung geht verloren, wenn die Übersetzung zu glatt wird?

Journalistische Arbeit nähert sich hier sprachlicher Vermittlung an.

Treue bedeutet nicht immer, möglichst wörtlich zu übersetzen.

Sie kann verlangen, den Kontext so präzise wiederzugeben, dass Leserinnen und Leser verstehen, welche Funktion ein Begriff in seinem ursprünglichen Umfeld erfüllt.

Das Interview als Begegnung unterschiedlicher Bezugsrahmen

Auch im Interview treten diese Fragen unmittelbar hervor.

Der Journalist bringt eigene Kategorien mit.

Die interviewte Person verfügt über ihre eigenen.

Zwischen beiden kann ein Abstand entstehen.

Eine Frage, die in einem journalistischen Umfeld selbstverständlich erscheint, kann in einem anderen wenig Sinn ergeben.

Eine interviewte Person kann Kategorien zurückweisen, mit denen der Journalist versucht, ihre Arbeit zu beschreiben.

Solche Momente müssen nicht als Störung verstanden werden.

Sie können selbst Information enthalten.

Wenn eine Künstlerin oder ein Künstler eine bestimmte Bezeichnung zurückweist, sagt das etwas über die Kategorien aus, die im Umlauf sind.

Wenn eine Institution andere Begriffe verwendet als erwartet, kann darin ein Unterschied professioneller Kontexte sichtbar werden.

Aufmerksamer Journalismus versucht daher nicht nur, Antworten zu erhalten.

Er beobachtet auch die Kategorien, durch die Fragen und Antworten überhaupt möglich werden.

Wer entscheidet, welcher Kontext relevant ist?

Kontextualisierung bedeutet nicht, möglichst viele Informationen anzuhäufen.

Jede Veröffentlichung verlangt Auswahl.

Journalistinnen und Journalisten müssen entscheiden, welche Aspekte für das Verständnis tatsächlich notwendig sind.

Auch diese Entscheidung ist bereits redaktionell.

Wenn ein afrikanischer Künstler in Europa ausgestellt wird: Beginnt der Artikel mit seiner Herkunft?

Mit seiner künstlerischen Praxis?

Mit seinem beruflichen Werdegang?

Mit der ausstellenden Institution?

Mit den Bedingungen des Kunstmarkts?

Die Wahl des Einstiegs verändert die Erzählung.

Wenn afrikanische Künstlerinnen und Künstler systematisch über ihre geografische Herkunft vorgestellt werden, während andere primär über Ästhetik oder Arbeitsweise beschrieben werden, entsteht beispielsweise ein unterschiedlicher Deutungsrahmen.

Auch Kontextualisierung muss daher selbst reflektiert werden.

Nicht jeder verfügbare Kontext ist automatisch relevant.

Die Rolle des Sprechers für eine ganze Gruppe vermeiden

Transnationale Themen bergen außerdem die Gefahr, einzelne Personen zu Repräsentanten sehr viel größerer Zusammenhänge zu machen.

Eine Künstlerin wird zur „Stimme einer Generation“.

Ein Kurator soll „die afrikanische Kunstszene“ erklären.

Ein Autor wird als Sprecher einer gesamten Diaspora interviewt.

Solche Verkürzungen erleichtern journalistisches Erzählen.

Sie erzeugen jedoch eine Repräsentationslast, die die betroffene Person möglicherweise nie beansprucht hat.

Ein individuelles Zeugnis bleibt eine situierte Position.

Es kann größere Entwicklungen beleuchten.

Es reicht aber nicht aus, um sie vollständig zu repräsentieren.

Sorgfalt bedeutet deshalb, zwischen dem zu unterscheiden, was eine Quelle über ihre eigene Erfahrung sagt, und dem, was sich daraus tatsächlich verallgemeinern lässt.

Internationale Zirkulation verändert auch die Quellenlage

Transnationaler Journalismus zwingt außerdem dazu, über die Herkunft von Informationen nachzudenken.

Institutionen mit gut ausgebauten Kommunikationsabteilungen stellen in der Regel leichter Pressemitteilungen, Bilder, Biografien, Dossiers und Kontakte bereit.

Sie sind daher einfacher journalistisch zu bearbeiten.

Kleinere Organisationen verfügen möglicherweise über weniger zugängliche Dokumentation, obwohl ihre kulturelle Arbeit nicht weniger relevant ist.

Diese praktische Differenz beeinflusst redaktionelle Sichtbarkeit.

Journalismus läuft dadurch Gefahr, häufiger über das zu berichten, was bereits gut dokumentiert ist.

Die Verfügbarkeit von Quellen wird so zu einer unsichtbaren Infrastruktur von Sichtbarkeit.

Sorgfältigere Recherche kann deshalb erfordern, über die unmittelbar zugänglichen Materialien hinauszugehen: Akteure direkt kontaktieren, lokale Medien konsultieren, unterschiedliche Versionen vergleichen oder schwerer zugängliche Archive einbeziehen.

Mit lokalen Quellen arbeiten

Lokale Quellen gewinnen besondere Bedeutung, wenn ein Thema einen Kontext betrifft, den die journalistische Person nur begrenzt kennt.

Lokale Medien, Forschende, Künstlerinnen und Künstler, Institutionen, Vereine oder Fachleute können Informationen liefern, die in internationalen Quellen kaum sichtbar sind.

Sie ermöglichen außerdem einen Vergleich zwischen Kategorien, die von außen verwendet werden, und jenen, die innerhalb des jeweiligen Kontextes tatsächlich zirkulieren.

Das bedeutet nicht, dass eine lokale Quelle automatisch objektiver oder legitimer wäre.

Auch sie besitzt eine bestimmte Position.

Der Erkenntnisgewinn liegt in der Vielfalt.

Ein präziseres Verständnis kann entstehen, wenn unterschiedliche Quellen miteinander in Beziehung gesetzt werden, statt ein einzelnes Narrativ einfach zu übernehmen.

Europa–Afrika: die Logik zweier Blöcke verlassen

Diese Fragen sind besonders wichtig für kulturelle Narrative zwischen Europa und Afrika.

Der Begriff ist praktisch.

Er benennt einen Raum von Beziehungen.

Er birgt aber auch die Gefahr, zwei Kontinente als zwei homogene kulturelle Einheiten erscheinen zu lassen, die miteinander in Dialog treten.

Die Realität ist komplexer.

Ein Projekt zwischen Freiburg und Kinshasa beruht auf anderen institutionellen und historischen Voraussetzungen als eine Kooperation zwischen Lissabon und Maputo oder Paris und Dakar.

Sprachen, Kulturpolitiken, professionelle Netzwerke, koloniale Geschichten und verfügbare Ressourcen unterscheiden sich erheblich.

Journalistische Arbeit muss daher die Kategorie Europa–Afrika verwenden können, ohne sie selbst zur Erklärung zu machen.

Sie bezeichnet eine Geografie von Beziehungen.

Sie erklärt noch nicht, wie diese Beziehungen tatsächlich funktionieren.

Diasporische Perspektiven verschieben die Grenzen weiter

Diasporische Lebenswege machen nationale Bezugsrahmen zusätzlich unzureichend.

Eine Person kann in Deutschland leben, mit kongolesischen Institutionen arbeiten, auf Französisch veröffentlichen und gleichzeitig in europäischen wie afrikanischen professionellen Netzwerken aktiv sein.

Welchem Raum gehört diese Tätigkeit dann an?

Möglicherweise ist bereits die Frage falsch gestellt.

Manche kulturellen Praktiken entstehen gerade aus der Bewegung zwischen mehreren Räumen.

Sie ausschließlich über nationale Herkunft zu beschreiben, kann daher einen wesentlichen Teil ihrer Funktionsweise unsichtbar machen.

Kulturjournalismus im transnationalen Kontext muss solche Biografien beobachten können, ohne sie zwangsläufig auf einen einzigen territorialen Bezug zurückzuführen.

Mobilität wird dann nicht zur Ausnahme, die erklärt werden muss, sondern zu einem Merkmal des Gegenstands selbst.

Digitale Sichtbarkeit ersetzt den Kontext nicht

Digitale Plattformen ermöglichen heute Zugang zu enormen Mengen kultureller Informationen aus unterschiedlichen Regionen.

Ein Werk, eine Performance oder eine Kontroverse kann fast unmittelbar über große Distanzen hinweg sichtbar werden.

Diese Verfügbarkeit kann den Eindruck erzeugen, der Kontext sei ebenfalls zugänglich.

Das ist nicht unbedingt der Fall.

Ein Video zu sehen bedeutet nicht, die Bedingungen seiner Produktion zu kennen.

Einen Social-Media-Beitrag zu lesen bedeutet nicht zwangsläufig, die Debatte zu verstehen, auf die er reagiert.

Automatische Übersetzung garantiert nicht, dass kulturelle oder institutionelle Referenzen korrekt übertragen wurden.

Je schneller Inhalte zirkulieren, desto wichtiger kann deshalb journalistische Kontextualisierung werden.

Zugängliche Information ersetzt nicht ihre Interpretation.

Eine Haltung statt einer neuen journalistischen Sparte

An diesem Punkt wird die Idee einer interkulturellen Perspektive besonders nützlich.

Sie muss nicht zwingend eine neue journalistische Sparte neben dem Kulturjournalismus bezeichnen.

Sie lässt sich eher als professionelle Haltung verstehen.

Diese Haltung erkennt an, dass derselbe Gegenstand in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Bedeutungen annehmen kann.

Sie achtet auf Sprache.

Sie überprüft Kategorien.

Sie unterscheidet kulturelle Differenzen von institutionellen oder wirtschaftlichen Unterschieden.

Sie erweitert die Quellenbasis.

Sie vermeidet es, individuelle Erfahrungen zu kollektiven Repräsentationen zu machen.

Und sie versucht, einen Kontext verständlich zu machen, ohne zu behaupten, ihn vollständig erfassen zu können.

Diese Anforderungen betreffen den Kulturjournalismus, können aber ebenso für andere journalistische Bereiche relevant sein.

Den Deutungsrahmen verschieben, ohne Kritik aufzugeben

Die Öffnung gegenüber mehreren Kontexten darf allerdings nicht dazu führen, dass journalistische Analyse aus übertriebener Vorsicht unmöglich wird.

Journalismus behält eine kritische Funktion.

Kontextualisieren bedeutet nicht, auf die Bewertung einer Kulturpolitik, Institution, Ausstellung oder eines Programms zu verzichten.

Es bedeutet, diese Bewertung auf ausreichend situierte Informationen zu stützen.

Ebenso bedeutet die Anerkennung mehrerer Perspektiven nicht, dass jede Interpretation gleich überzeugend wäre.

Behauptungen können überprüft werden.

Quellen können miteinander verglichen werden.

Widersprüche können benannt werden.

Machtverhältnisse können dokumentiert werden.

Eine Erweiterung des Deutungsrahmens ersetzt journalistische Genauigkeit daher nicht.

Sie erweitert ihre Voraussetzungen.

Fazit

Kulturjournalismus und interkulturelle Perspektive sind nicht notwendigerweise zwei gegensätzliche Formen des Journalismus.

Sie betreffen unterschiedliche Ebenen redaktioneller Arbeit.

Kulturjournalismus berichtet, kritisiert und kontextualisiert kulturelle Praktiken.

Eine interkulturelle Perspektive wird besonders dort relevant, wo diese Kontextualisierung mehrere Sprachen, Territorien, institutionelle Systeme oder Bezugsrahmen miteinander verbinden muss.

In zunehmend transnationalen Kulturräumen besteht die entscheidende Kompetenz daher nicht allein darin, Werke zu kennen.

Sie besteht auch darin zu verstehen, unter welchen Bedingungen sich ihre Bedeutung verändert, wenn sie zirkulieren.

Übersetzen, ohne zu reduzieren.

Kontextualisieren, ohne festzuschreiben.

Vergleichen, ohne falsche Gleichsetzungen zu erzeugen.

Differenzen untersuchen, ohne alles durch Kultur zu erklären.

Vielleicht liegt genau darin die gegenwärtige Verschiebung des Kulturjournalismus: nicht in der Entstehung einer neuen Spezialdisziplin, die die alte ablöst, sondern in der Erweiterung jener Deutungsrahmen, die notwendig sind, um Praktiken zu erzählen, die sich nicht mehr ausschließlich aus einem einzigen Standpunkt verstehen lassen.

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